Nachdem einige Gespräche zur Kapitalaufbringung nächste Woche in Wien stattfinden werden, sorgt mich die (zugegebenermaßen wirklich fade aber notwendige) Frage nach den Betriebsmitteln. Ein Verlag braucht ja keine Maschinen und Fertigungshallen mehr (nicht so wie früher, als so manche Verlage sogar die Verwaltung von Forsten innehatten, um ihr eigenes Papier herstellen zu können). Was ich für den Verlag brauche sind Büroräumlichkeiten, Lager, Computer und Software.Klar wäre mir ein Büro in einem repräsentativen Bürogebäude mit Blick auf Stephansdom möglichst in der Innenstadt am liebsten, aber für den bescheidenen Anfang reichen Büroräumlichkeiten in Wien, die dem Zweck eines Verlages dienen. Besprechungszimmerchen, Büro mit entsprechender Infrastruktur - dabei denke ich vor allem an Breitbandinternet - und ein Raum, in dem sowohl Dokumente, Exemplare der vergangenen Ausgaben, sonstige Verkaufsartikel und auch eine Art Mini-Zeitschriftensammlung von internationalen Satire- und Comicmagazinen gelagert werden können. Ok, ein günstiges Büro zu finden wird nicht das Problem werden.
Bei Computer und Software ist mehr Gehirnschmalz einzusetzen. Es kommt wieder mal die jahrtausendealte Frage "Apple oder PC?" zum Vorschein. Bisher habe ich mit PC-Laptops gearbeitet. In den "kreativen" Branchen ist Apple vorherrschend. Bei Desktop Publishing, Graphikbearbeitung und sonstige Multimedia schwören die Profis auf Apple. Und im Kaffeehaus sieht man auch lässiger aus, wenn das Apple-Logo am Laptop leuchtet. Einzig das iPhone war bisher mein Berührungspunkt mit Apple - und ja, vor Urzeiten schrieb ich meine Diplomarbeit auf einem Mac.
Offen bin ich jeder Empfehlung, und werde mich von meinem zukünftigen Zeitschriftendesigner und meiner Kommunikations- bzw. Marketingchefin leiten lassen.
Das Thema Software ist aber nicht nur auf die erwähnten Bereiche beschränkt. Ich brauche auch Software, um den Verlag betriebswirtschaftlich zu verwalten. Ich brauche Business Software für einen Verlag, am besten gehostet. Ich will mir das nicht antun, meine eigene Serverlandschaft einzurichten und meine Zeit mit Updates und Softwareinstallation zu vergeuden. Deshalb habe ich mir schon die gehosteten lösungen von Salesforce.com und Zoho.com angesehen.
Meine Anforderungen für solche Software beinhalten die Verwaltung von Abonnenten, Beiträgern (also die Autoren und Zeichner) und sonstigen Kontakten, Verknüpfung zu Bankkonto (um beispielsweise den Autoren ihr Honorar automatisiert überweisen zu können), Einnahme/Ausgabenrechnung, Analytics (Berichte), Buchhaltung, Planung, HR, Projektmanagement. Und das alles wenn möglich integriert.
Salesforce behauptet zwar, Medienunternehmen als Kunden zu haben, ich habe aber noch nicht herausgefunden, wie das wirklich aussieht. Vermutlich muss ich mal mit einem Salesrep einen Termin ausmachen. Zoho hat auch einige Lösungen, die sind aber nicht verlagsspezifisch. Ich kann dort zwar die Anwendungen in gewissen Rahmen customizen, aber es fehlten mir noch einige Lösungen. Beide Anbieter sind relativ günstig und bieten ihre Leistung abhängig von der Anzahl der Benutzer zu einem monatlichen Pauschalbetrag an.
Andere verlagsspezifische Lösungen von deutschen Anbietern fand ich auch, aber weder hatten die eine Online-Demo verfügbar, noch will ich diese Software lokal installieren müssen. Sie soll gehostet sein, und da war meine Suche bis auf Salesforce und Zoho nur beschränkt erfolgreich.
Für die Zusammenarbeit mit den über die ganze Welt verteilt sitzenden Autoren, Zeichnern und sonstigen Mitarbeitern haben sich Google Docs bewährt. Für die Pilotnummer hatten wir dort sämtliche Texte der Autoren für die Zeichner verfügbar gemacht, sodass sie entsprechendes Material erarbeiten konnten. Der Themenplan und FAQs waren auch als Google Doc ersichtlich, die Zeichnungen auf Googles Picasaweb. Der Zeitschriftendesigner konnte sich alles Material von dort runterholen. Genau so soll es wieder vonstatten gehen und kosten tut das übrigens auch nichts.
Zum Schluss ein paar Worte über den Internetauftritt. Rappelkopf.at ist bereits seit 2 Jahren online und das bisherige Trägermedium der Beiträge. Das verwendete Content Management System (CMS) ist Joomla, basierend auf einem WAMP-Stack. Und das ist Open Source und hat Plugins von hunderten Entwicklern verfügbar. Ich bin damit so zufrieden, dass ich es für ein paar andere Websites auch einsetze. Zwar hat die Website hin und wieder Performanceprobleme, die aber am verwendeten Server liegen, und das hat wenig mit dem CMS selbst zu tun. Bevor Rappelkopf als gedrucktes Werk erscheint, wird auch die Website migriert werden. Und damit schneller, schöner und hoffentlich vor allem den Benutzern gerecht werden. Ja, ich habe noch träume...
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Kommentare (1)

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as Zerschneiden des Geschenkes w...
Die Anpassungen in SFDC sind schnell und einfach gemacht und ersetzen eigentlich eine Branchenlösung, weil man es lieber gleich so baut wie man will. Ich bin nun im 4. Jahr glücklicher www.salesforce.com(de Kunde und kann die Lösung nur empfehlen.
Solltet ihr noch Redakteure und Journalisten suchen guckt doch hier mal ob ihr was findet http://www.jobscout24.de/Kandidaten_Pool.html