Mario Herger

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Woche -11: Der Emailblast

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EmailblastDie Firmenbuchnummer vom Handelsgericht Wien ist da, die Rappelkopf Media AG somit offiziell gegründet, und damit der Weg offen für die weiteren Aktivitäten. Anfang nächster Woche geht der erste umfangreichere Emailblast an Autoren und Zeichner raus. Zwar wurden im Vorfeld bereits eine Handvoll an Autoren und Zeichnern kontaktiert und Zusagen eingeholt, nun werden aber mehr als 300 Autoren und Zeichner aus dem deutschsprachigen Raum per direktem Email mit der Bitte um Beiträgen für die erste Ausgabe von Rappelkopf - Österreichs exquisites Satiremagazin eingeladen werden.

Ja Sie haben richtig gelesen: dreihundert Autoren und Zeichner. Bei der Sondernummer vom Juni 2008 selbst, konnten wir auf eine Liste von ca. 80-90 potentiellen Beiträgern zugreifen, im vergangenen Jahr schwoll diese Liste dank aufmerksamen Lesens anderer Zeitungen und Websites auf dreihundert an. Und das ist erst der Anfang. Viele zusätzliche Kontakte werden sich erst in den nächsten Wochen und Monaten ergeben, auch weil wir hoffentlich weiterempfohlen werden und weil wir in den einschlägigen Foren - dort wo Zeichner und Autoren herumlungern - posten werden.
Um nicht ein heilloses Durcheinander in unserer Mailbox zu verursachen (und Frust bei den Empfängern), habe ich neben dem Themenplan auch einen kleinen Leitfaden für die Art der gewünschten Beiträge vorbereitet. Damit kann jeder Autor und Zeichner sofort ersehen, welcher Art die Texte sein und welchen Stil die Zeichnungen haben sollen. Nichts ist nämlicher schwieriger bei einem Satiremagazin mit fünzig Prozent graphischen Anteil, als eine gewisse Linie und einen durchgehenden Stil des Heftes zu erreichen. Im Gegensatz zu anderen Magazinen, die hauptsächlich Fotos und Textstrecken haben, die sie gestalterisch viel besser unter Kontrolle halten können, lebt die Comic- und Cartoonbranche von einer Vielzahl von verrückten graphischen Stilen und Ausdruckselementen. Wir wollen das klarerweise nicht unterbinden, das stünde entgegen unserer Intentionen, trotzdem sollte man auf jeder Seite erkennen können, dass diese Seite aus dem Rappelkopf stammt. Und da werden wir noch schwitzen.

Klar für uns ist dass wir einen durchwegs farbigen, eleganten Zeichenstil bevorzugen, und weniger auf "Kritzelstile". Da Comics im deutschen Sprachraum einen Ruf der mangelnden intellektuellen Ausdrucksweise haben - ganz im Gegensatz zum frankophonen Raum, wo Comics als "Neunte Kunstform" angesehen und erhöht werden - wird bei uns vorwiegend dieser trashige Zeichenstil veröffentlicht, um damit dem "intellektuellen" Leser augenzwinkernd anzudeuten, dass ja der Witz im Comic oder Cartoon wichtig ist, und die Zeichnung selbst ja unwichtig.

Nur bin ich anderer Meinung. Und will das mit Rappelkopf beweisen. Ich glaube sehr wohl, dass man dem heimischen Leser die graphische Erzählform in Form von Cartoons, Comicstrips und Comics näherbringen kann - sofern man ihm oder ihr sie nicht durch salopp gesagtem "Krixikraxi-Stil" verschreckt. Deshalb beschäftigen wir uns in diesen Tagen sehr mit dem graphischen Erscheinungsbild des ganzen Heftes, weil wir das als kritisches Erfolgskriterium für die Akzeptanz von Rappelkopf ansehen. Und ich kann nur soviel sagen, dass die ersten Entwürfe im engen Kreis von Freunden, die als Feedbackgeber dienen müssen, einhellige Begeisterung hervorgerufen haben.

Und das bringt uns zurück zum Emailblast: wir sind uns sicher, dass wir so die richtigen Künstler finden und vielleicht der ganzen Szene zu mehr Achtung durch bisher passive Leser verhelfen können. Eines ist uns aber bewusst: nichts davon wird über Nacht geschehen. Aber wir werden mit jeder Ausgabe von Rappelkopf der stete Tropfen sein, der die Leserschaft aus ihrer versteinerten Nichtbeachtung der satirischen und graphischen Szene bringen wird. Tropf, tropf.
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Zuletzt aktualisiert am Samstag, 01. August 2009 um 22:33  

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