Nun ist das Jahr vorüber und die wichtigsten Lektionen, die ich als Jungvorstand eines Verlages und Chefredakteur eines Printmagazins gelernt habe, will ich hier teilen:
Verkaufszahlen sind egal
Wenige periodische Druckwerke können in Österreich von der Verkaufszahl leben. Damit ist völlig wurscht, wieviel Exemplare verkauft oder Abonnements bestellt wurden. Es zählt nur, wieviele Leute die Zeitschrift in die Hand kriegen und lesen.
Womit Du Geld verdienst, ist ganz was anderes
Business- und Finanzplan schön und gut, sobald das Unternehmen den Betrieb aufgenommen hat, ändern sich beide Dinge sofort. Im Zeitschriftenmarkt verdient man nicht das Geld mit der Zeitschrift selbst, sondern mit dem Verkauf von Anzeigen. Wir krass die Diskrepanz ist wurde uns nach den ersten Verkaufszahlen bewusst. Und sovieso ist alles viel teurer, als man denkt.
Der Anzeigenverkauf geht übrigens leichter, wenn eine Industrie dahintersteht die in solcher Zeitschrift wegen der genau eingegrenzten Zielgruppe quasi-automatisch wirbt. Wie beispielsweise bei einer Auto- oder Elektronikzeitschrift.
Mitarbeiter sind nicht deine Familie
Familienmitglieder kann man nicht austauschen, man muss mit denen leben, auch wenn man sich nicht versteht. Von Mitarbeitern hingegen kann man sich trennen, wenn’s nicht klappt. Und das lieber früher, als später. Mitarbeiter die mit dem Produkt leben und Leidenschaft dafür zeigen muss man verwöhnen so gut es geht.
Feedback
Wenn man viele Leute fragt, kriegt man viele Ratschläge. Wenn man niemanden fragt, noch viel mehr. Viel Feedback das wir erhielten war widersprüchlich. Dem Einen ist das eine lieb, der Nächsten genau das zuwider. Mentale Notiz an uns selbst: allen danken, das Offensichtlichste ändern und sonst das machen, das uns selbst am besten gefällt.
Wie sieht’s bei Rappelkopf aus?
Wir haben bislang 3 Ausgaben herausgebracht, die durchaus respektierlich sind. Auch wenn’s unserer Meinung nach noch viel besser sein könnte, sind wir stolz darauf, das am besten aufgemachte und geschriebene Magazin im Satiremarkt zu sein. Und dieses Lob kam von langjährigen Sammlern, Machern und Lesern gleichermassen. Während die Anfangsphase klarerweise den Fokus auf die Magazinerstellung selbst gerichtet und sich der zeitliche Aufwand für uns langsam eingependelt hat, verschob sich der Fokus im letzten halben Jahr auf die Anzeigenakquise und Kampagnenerstellung. Das machte so Sinn. Denn zuerst einmal mussten wir ein gedrucktes Magazin vorweisen können, damit es für die Anzeigenkunden als Produkt greifbar und das Konzept sichtbar wurde. Und unsere Anzeigenkunden kommentierten das Magazin durchgehen als überraschend gut gemacht.
Das letzte halbe Jahr haben wir fleissig Anzeigenkunden kontaktiert (mehr als 120) und viele gute Gespräche geführt. Neben klassischen Anzeigen („Geben Sie uns Ihr fertiges Sujet“) über individuelle Anzeigen („Rappelkopfzeichner erstellen für Sie eine Anzeige zum gleichen Preis“) bis zur Erstellung einer Werbekampagne durch die Rappelkopf Media AG besprachen wir alles und wälzten Ideen.
Das alles waren Vorarbeiten für die „Ernte“. Die Werbebranche hat ihre wichtigste Saison im Herbst. Nicht nur sind wieder alle zurück aus den wohlverdienten Ferien, es wird auch der letzte Feinschliff für die Werbebudgets gemacht, und es werden rechtzeitig für’s Weihnachtsgeschäft die Werbegelder ausgegeben. Wir haben Rappelkopf hoffentlich gut auf den Radar der Anzeigenkunden gebracht um ab dem Herbst vollgepfropft mit Anzeigen in den nächsten Ausgaben zu erscheinen. Drückt uns bitte ganz fest die Daumen!
Auch wer die Leser von Rappelkopf sind haben wir analysiert. Und die sind mehr als 45% Frauen, und mehr als 1/3 haben einen akademischen Abschluss. Unsere Leser sind überdurchschnittlich an Politik und Gesellschaft interessiert und liegen zumeist in der Alterklasse zwischen 25 und 45 Jahren. Obwohl: uns sind auch 13-jährige Leserinnen untergekommen.
Und wen es juckt, nicht nur den Rappelkopf zu lesen, sondern sich auch aktiv zu beteiligen, so gibt es mehrere Möglichkeiten:
- Als Aktionär in ein Unternehmen, das eine Menge Spass macht
- Als Networker beim Herstellen von hilfreichen Kontakten
- Als freiwilliger Helfer um das Magazin bekannter zu machen

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