Kraft durch Baby
Mittwoch, 15. Oktober 2008 um 18:20
Mario Herger
Ich möchte auch einmal Kinder haben, aber man muss dabei einige Dinge berücksichtigen: das Geschrei, das Wechseln der Kleidung, die Flaschen, das Füttern in der Nacht … und dann ist da noch das Baby, auf das man acht geben muss.
Was junge Mütter aber am meisten Sorgen bereitet ist, wie sie wieder auf ihre Vorschwangerschaftsfigur kommen: vom Mampfer zum Model, vom Ballon zur Bohnenstange.
Die britische Fitnesstrainerin Liz Stuart hat deshalb ein postnatales Trainingsprogramm entwickelt: Power-Pramming (bitte nicht verwechseln mit dem vom Gesetzgeber illegal erklärten Power-Hauen). Unter Power-Pramming versteht man, wenn man sein Baby nimmt, in den Kinderwagen legt und vor sich herschiebt. Aber nicht einfach nur »schieben«. Nein, beschleunigen, rasen, in die Kurven legen. Eben so, wie man vor der Geburt des Babys Auto gefahren ist. Kein Wunder übrigens, dass solche Kinder später dann auf MTV bei Jackass auftauchen.
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Wie man auf seinem Begräbnis Geld spart
Mittwoch, 15. Oktober 2008 um 18:19
Mario Herger
Kaiser Joseph II (für die Leser, die im Schulunterricht nicht aufgepasst habe: das ist der Kaiser aus dem Film Amadeus) führte während seiner Regentschaft etliche Neuerungen ein. Darunter war auch etwas, dass vor allem die Wiener sehr verbitterte, fühlten sie sich doch um den «schönen» Leichengang betrogen: es handelte sich um einen bei Begräbnissen zwingend vorgeschriebenen Klappsarg. Das ist ein Sarg mit unten eingebauter Klappe, sodass beim Begräbnis der Tote durch die Klappe aus dem Sarg ins Grab fallen kann, um ihn wiederverwerten zu können. Den Sarg, nicht den Toten. Solch Kuriosa sind längst Geschichte und Klappsärge können heute nur mehr im Bestattungsmuseum in Wien besichtigt werden.
Das bringt uns zu folgender Frage: Haben Sie bereits Ihre Begräbnisvorbereitungen gemacht? Wissen Sie schon, wo sie einmal Blumendünger werden wollen? Ein Festschmaus für Feuchtgewürm? Oder planen Sie gar sich verbrennen zu lassen? Da denken Sie besser nochmals scharf nach. Mit all dem Junk food in Ihrem Körper könnten Sie noch mit einer geschmalzenen Strafe wegen Umweltverschmutzung rechnen. Und wer kann sich bei den heutigen Ölpreisen schon das Krematorium leisten?
Checkliste des Todes
Mittwoch, 15. Oktober 2008 um 18:17
Mario Herger
Michi war mein bester Freund. Sonst hatte er aber keine weiteren Fehler. Außer dem, dass wir uns meist nur unverabredet über den Weg liefen. Heute hatten wir wieder so eine »Unverabredung«. Eine lange Liste in seinen Händen hatte ihm die Sicht auf mich zufällig Vorbeikommenden versperrt und so musste ich ihn durch ein Räuspern auf mich aufmerksam machen
„Krächz, ähem“, gab ich vornehm von mir, aber Michi blickte nur kurz auf und kritzelte sofort etwas auf seiner Liste herum.
„So, auch das ist somit abgehakt“. Er winkte mir bedeutungsschwer zu und fuchtelte immer noch mit seiner Liste herum.
Kadaverparty
Mittwoch, 15. Oktober 2008 um 18:17
Mario Herger
“Mike’s Last Station”. Die Schrift prangte in silbrigen Lettern über dem Geschäftslokal nahe beim Wiener Zentralfriedhof. Das ist der Friedhof, der zwar nur halb so groß ist wie Zürich, dafür aber doppelt so lustig. Ich nahm meinen iPod aus den Ohren, drehte „Der Herrgott muss ein Wiener sein“ leiser, öffnete die Tür und prallte zurück.
Drinnen lag in einem gläsernen Designersarg Michi, mein alter Freund, und blätterte seelenruhig in einem Magazin mit Abbildungen leicht beschürzter Fräuleins.
„Du, was machst Du denn hier?“ Ich starrte Michi leichenblass an. Mit allem hatte ich gerechnet, mit Kerzenhaltern, sakraler Stimmung, meinetwegen auch mit weiblichen Leichenträgern, aber nicht mit Michi in einem Glassarg ruhend. Noch dazu pietätlos mit einem Pornoheftchen in den Händen.
Kaffeebaby
Mittwoch, 15. Oktober 2008 um 18:16
Mario Herger
„Fallen Dir die Augen zu, trink Kaffee oder geh zur Ruh“, sagt eine alte kalifornische Bauernregel.
Es war früh am Morgen und ich gerade dabei aufzustehen, aber die bleischwere Decke presste mich gnadenlos ans Bett. Es schien wie immer paradox. Meine Decke war normalerweise federleicht, und der sanfteste Windstoss oder die vorsichtig-leidenschaftlichste Sexposition brachten sie üblicherweise zur sofortigen Flucht aus dem Bett auf den Boden.
Zeitig in der Früh aber, bevor noch die Sonne die ersten Strahlen ins Schlafzimmer schoss, klammerte sich meine Decke plötzlich mit einem Lebendgewicht von zehn ausgefressenen Eichhörnchen an mich und war nicht einmal durch meine durchtrainierten Muskeln auch nur einen Millimeter zu bewegen.
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