Eleganz, eine jazzig-beschwingte Leichtigkeit und eine Klarheit der Linien. Freundlich dem Leser / der Leserin gegenüber, aber hart in der Sache. So soll der Auftritt des Satiremagazins Rappelkopf und des dahinterstehenden Unternehmens sein. Diese Woche fiel die Entscheidung für einen Designer, der das Layout für Rappelkopf gestalten wird. Und dieses Layoutdesign wird eine ganze Menge beeinflussen. Neben dem Zeitschriftenlayout selbst, müssen die damit verbundenen Websites neu gestaltet werden, sowie Briefpapier, Visitkarten, Anzeigentarifübersicht und alles was einem noch dazu einfällt.In den letzten Tagen saßen wir über einer Menge an Layoutvorschlägen von verschiedenen Designern und versuchten zu verstehen, welches Design und welcher Designer am besten dem Charakter des geplanten Magazins entspricht. Das Layoutdesign spricht ja zum Leser. Daher müssen wir uns in unsere Leser hineinversetzen. Aufgrund der Inhalte erwarten wir eine Leserkreis, der zwischen 25 und 55 Jahren alt ist, sich mit Politik, Gesellschaft und Kultur kritisch auseinandersetzt und gerne lacht. Mit anderen Worten: die Frau Ministerialrätin mit Kabarettabonnement, der Herr Consultant mit Senatorflugstatus und “The Daily Show with Jon Stewart”-Aficionado.
Beide sind zwar Neuem aufgeschlossen und schätzen es, bei einem Maria-Theresienkaffee oder einer Melange im Kaffeehaus oder in der Flughafenlounge Zeitungen zu studieren. Sie werden aber vermutlich kaum Undergroundzeitschriften kaufen. Damit fällt alles, was nach Skateboarder-, Kommunistische Bauernbündler-, Tattoo- oder Tittenmagazin aussieht schon mal weg. Und auch nichts, das optisch nach Mickey Mouse, Pferde-Revue oder Bravo schreit.
Für Rappelkopf versuchen wir somit einen Stil zu schaffen, der elegant sagt “ich bin ein Satiremagazin” - und trotzdem Neugierde erzeugt. Ein Leser, der zum ersten Mal auf Rappelkopf stößt, soll Stile, die uns inspirieren, fanden wir in einer längst versunkenen jazzig gestylten Zeitschrift aus den 1920er/30er Jahren namens The Chicagoan, dem Art Deco und Jugendstil, dem japanischen Manga (um dem ganzen einen moderneren Anstrich zu geben) oder den aus dem Vorspann der Fernsehserie Jeeves & Wooster bekannten Elementen.
Das zieht sich nicht nur durchs ganze Magazin, sondern auch durch Briefpapier, Visitkarten und den Websites. Und dabei bleibt es nicht: auch da Corporate Behaviour - also wie das Unternehmen gegenüber Geschäftspartnern und Lesern auftritt - ist wichtig für die Corporate Identity.
Was für mich bisher interessant war ist mein Mangel an Vokabular in diesen Bereichen. Ich weiss zwar, was mir gefällt, ich kann aber nicht ausdrücken warum. Und das muss ich lernen, sonst gelingt es mir nicht, den Designern und Zeichnern mitzuteilen, was ich will. Wieder eine geistige Baustelle meinerseits - und ich habe das Gefühl, ich komme mit dem Auffüllen dieser Lücken nicht schnell genug nach. Habe ich übrigens schon von Anzeigenakquise gesprochen? Und dem Marketing? Und den Vertragswerken? Noch solche Baustellen nämlich...
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